Willkommen beim Projekt "Luftlande Mahnmal KRETA"

German

Die Geschichte und Entwicklung des Denkmals

Das Fallschirmjägerdenkmal in der Nähe von Chania, Kreta, wurde 1941, mitten im Krieg vom 2. Sturmregiment der 1. Fschj. Division, als Mahnmal für den aufopferungsvollen Kampf um die Insel gebaut. Es wurde in Reiseführern als „das schönste Denkmal im Mittelmeerraum“ beworben, derzeit befindet es sich in einem bemitleidenswerten und geschändeten Zustand.

Der Verein zum Erhalt dieses Mahnmals ist politisch neutral und bemüht sich grenzüberschreitend seit über 15 Jahren um eine Renovierung bzw. um einen Erhalt durch Umsiedlung in die Nähe des Soldatenfriedhofes in Maleme.

Es soll/könnte dort ein künstlerisch anspruchsvolles Mahnmal für Frieden und Völkerverständigung unter Einbindung der ehemaligen Gegner, insb. England und Griechenland entstehen, ohne auf die Truppentradition der Fallschirmjäger zu verzichten.

Auf öffentliche Gelder aus Griechenland sind wir dabei nicht angewiesen. Einen Beschluss zum Erhalt und zur Umsiedlung hat der Gemeinderat von Nea Kydonia (Gemeinde des derzeitigen Denkmal-Standortes und zwischenzeitlich eingemeindet in die Stadt Chania) im Jahr 2000 gefaßt, aber nie umgesetzt (Download des Gemeinderatsbeschlusses)

Die Renovierung scheiterte immer wieder am Widerstand der Besitzer und Nachbarn (das Denkmal steht auf Privatgrund).

Presseberichte:


Leserbrief zum Thema Fallschirmjägerdenkmal Chania (März 2017):

Quelle "Der Kampf Kretas" (Übersetzung aus dem Griechischen)

 

NAZI-DENKMÄLER IN GEGENDEN, DIE VON DEN NAZIS ZERSTÖRT WURDEN SIND:

“EINE ARCHITEKTIN IN CHANIA  ERZÄHLT ÜBER DEN DRUCK DES DEUTSCHEN KONSULATS BEZÜGLICH DER WIEDERHERSTELLUNG DES „DEUTSCHEN VOGELS“ 

Die Architektin Rena Magiafa arbeitete in der Dienststelle für neue Denkmäler im Jahr 2000. In ihrem Artikel schreibt sie über den langanhaltenden und herausfordernden Druck, der ihr gegenüber vom Deutschen Konsulat bzgl. der Wiederherstellung des Deutschen Vogels ausgeübt wurden ist.

Bitte lesen Sie ihren Artikel, der einen besonderen Wert erlangt, wenn man die dauerhaften Versuche der Wiederherstellung und der Rezension der Geschichte und des Kampfes um Kreta in den letzten Jahren berücksichtigt.

„Aufgrund der Veröffentlichung des Artikels in der Zeitung „Der Kampf Kretas“ über den Versuch der Wiederherstellung des Nazi-Denkmals „Deutscher Vogel“ durch die Mitglieder des Vereins der Veteranen des Nazikrieges und die Erben der grausamen  Zerstörung kretischer Dörfer, möchte ich meine eigene Erfahrung bezüglich dieses Themas hier schildern:

Ich bin Architektin und arbeitete im Jahr 2000 in der Dienststelle der neueren Denkmäler Kretas in Chania.

In dieser Zeit besuchte mich der damalige Konsul des deutschen Konsulats und verlangte die Wiederherstellung des für Kreta verächtlichen Denkmals, dass damals von den schlechten  Wetterbedingungen teils zerstört worden ist. Er hatte damals den Mut, von mir zu verlangen, dass dieses als historisches Denkmal anerkannt werden sollte. Das Monster sollte wieder hergestellt werden. Natürlich hatte ich ihm erklärt, dass für mich der „Vogel“ nur fürchterliche Erinnerungen hervorrufen würde und auf gar keinen Fall in Nea Kydonia wiederhergestellt werden dürfte, wo dieser während der Besatzungszeit im Jahr 1942 von den Nazis und ihren Mitarbeitern erbaut wurden ist. Ich „warf“ ihn raus.

Dieser Mensch, an dessen Namen ich mich nicht erinnere, war sehr ausdauernd und herausfordernd, sodass ich meinerseits gezwungen war zu betonen, dass ich auf gar keinen Fall ein Schriftstück für den Wiederaufbau eines Hasssymbols unterschreiben würde. Es wäre für mein restliches Leben beschämend, wenn ich auf die Forderungen eines Nazis oder eines Vertreters der Nazis eingegangen wäre. Da dieser Mensch immer wieder in meine Dienststelle gekommen ist und auf seinem Antrag behaarte, schlug ich ihm vor, nach Maleme zu gehen und dort ein Denkmal, wie auch immer geartet, zu errichten, zumal dort ja auch die Gräber der deutschen Fallschirmjäger  sind, und in Zukunft die Gegend Nea Kydonia „in Ruhe zu lassen“.

Leider gab es auch einige lokale Persönlichkeiten, die versuchten, mich zu überzeugen, dem Antrag zuzustimmen, was ich allerdings verweigerte. Es scheint, dass in all diesen Jahren auch andere Dienststellen diesen Antrag verweigerten, was ich als ehrenvoll betrachte.

Seitdem sind 17 Jahre vergangen, in denen sie ruhig gewesen sind und uns nicht störten. Es erscheint jetzt, dass sie viele Motive haben, um wieder ihre Beine auf kretischen Boden zu setzen.

Zunächst die Gerichtsverhandlung des „Geschichtsbearbeiters“ H.Richter im Jahr 2015 in Rethymno. Mit seinem verächtlichen Buch, in dem er die Erinnerung an die Opfer der Nazibesatzung  im Jahr 1941 im Kampf um Kreta verleumdet und beleidigt, indem er  die kretischen Widerstandskämpfer, die sich damals dem Krieg aus der Luft widersetzten, als barbarisch gegenüber den „Höllenrittern“ bezeichnet, die angeblich nach Kreta gekommen waren, um die Ideale des Weltfriedens, wie er die Absicht seiner Nazikameraden bezeichnet, zu verbreiten. Somit verherrlichte er das Bild dieser. Leider wurde er dann mit der übereinstimmenden Meinung von Universitätsmitarbeitern  der Universität Kretas als Ehrendoktor nominiert.

Ich möchte erwähnen, dass Herr Richter vom Gericht, dessen Verhandlung drei Monate dauerte, nach der Intervention des damaligen stellvertretenden Kultusministers Herrn Liakou frei gesprochen wurde. Die Gerichtsverhandlungen waren voll besetzt und viele Universitätsprofessoren  sprachen sich für den nazifreundlichen Schriftsteller aus und verursachten somit große Empörung. Es gab einige ehrenhafte Universitätsprofessoren, die die wahre Geschichte des Kampfes um Kreta schilderten, die wahre Geschichte der Besatzung Griechenlands  und des übrigen Europas. Sie verteidigten die kretischen Widerstandskämpfer  und beschrieben die grausamen Verbrechen in den kretischen Dörfern und im übrigen Griechenland.

Die Universität Kretas hat noch immer nicht den Ehrentitel aberkannt, obwohl sie diese Entscheidung getroffen hatte. Schlimmer ist es jedoch, dass die Universität sich noch immer nicht beim kretischen Volk für ihr Verhalten entschuldigt hat.

Die deutsche Regierung verhält sich bösartig und versucht in unsere Gesellschaft einzudringen. Einerseits mit Vereinbarungen, die sie mit einigen Kommunen trifft, und auch mit dem Kulturaustausch zwischen Deutschland und Griechenland. Insbesondere jedoch mit den Erpressungen der Deutschen Regierung, den erniedrigenden Forderungen der Deutschen Fraport AG und des deutschen Staates bzgl. der vierzehn Flughäfen in Griechenland zuzustimmen und die entsprechenden Vereinbarungen zu akzeptieren.

Diese Annäherungen an die Kommunen und an Griechenland stehen in Bezug mit der Organisation eines Netzes von Offizieren  der Fallschirmjägereinheiten mit dem Namen „Die Kämpfer Kretas“, die Jahrzehnte einen wichtigen Einfluß auf den Bund Deutscher Fallschirmjäger (BDF) ausübten, der besonders zur Meinungsbildung beigetragen hat und zum Erhalt der Traditionen innerhalb und außerhalb der bewaffneten Streitkräfte Deutschlands geführt hat.   

In den fünfziger Jahren waren u.a. Student und Gerike Präsidenten des BDF der Wehrmacht und zwar bei den sogenannten „Alten Adlern“. Unter ihnen und den besonderen Streitkräften hatten diese einen sehr schlechten Ruf.  Diese Vereinigung ist vernetzt mit den sogenannten Begleitern, zu denen auch die noch vorhandenen traditionellen Organisationen der Nazifallschirmjäger  gehören. Es ist zu erwähnen, dass viele Veranstaltungen auf lokaler, überregionaler und Bundesebene organisiert werden. Ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Betätigungen ist die Aufrechterhaltung alter Traditionen und die Erinnerung an die gefallen Fallschirmjäger der Wehrmacht.

Diesbezüglich steht Kreta im Brennpunkt. Die Invasion auf Kreta wurde als einziger strategischer Erfolg bewertet und  als Beispiel für besondere Tapferkeit der deutschen Soldaten.

Vom 20.-25. Mai wird der „Kreta-Tag“ gefeiert und verschiedene Gruppen reisen zu Erinnerungsveranstaltungen nach Kreta. Am 13.05.2016 wurde eine Erinnerungsveranstaltung in Mittenwald, Bayern organisiert. Sie galt den Gefallenen, die ihr Leben bei der Invasion auf Kreta verloren haben. Die fünfte Gebirgsjäger war die bedeutendste strategische Kraft während der Invasion auf Kreta.  Ihr Anführer Ringel befahl am 23. Mai den ersten Massenmord an den Kretern.

Die Vereinigung der Gebirgsjäger Oberfrankens und die Vereinigung Deutscher Fallschirmjäger  besuchen seit über 25 Jahren Kreta und insbesondere die Dörfer Kandanos und Floria, wo es im Dorfzentrum ein besonders gut gepflegtes Nazi-Denkmal mit der Aufschrift „Sie fielen für Großdeutschland“ gibt. Genau gegenüber auf der anderen Straßenseite gibt es ein Denkmal für die von den Nazis Ermordeten. Dieses erscheint gegenüber dem gegenüberleigenden Nazidenkmal als „Waisenhaus“. Die Namen der Hingerichteten sind kaum noch erkennbar.

Am Eingang von Kandanos erscheint die folgende Inschrift:

„Für den scheußlichen Mord deutscher Fallschirmjäger, Alpinisten und der Maschinerie an Männern, Frauen, Kindern und Großeltern, weil diese wagten sich am 03.06.1941 gegen das Deutsche Großreich zu wehren. Kandanos wurde zerstört, damit es nie wieder errichtet werde.“

Auf einer zweiten Tafel steht geschrieben:

„Als Rache an die bewaffneten Männer und Frauen, von denen die Deutschen Soldaten umgebracht wurden sind, wurde Kandanos zerstört.“

Auf der dritten Marmortafel, die die Deutschen Eroberer 1943 mit der Absicht anbrachten, diese an dem geplanten Denkmal zu platzieren, steht geschrieben:

„Hier gab es das Dorf Kandanos. Es wurde zerstört als Rache für die ermordeten 25 deutschen Soldaten.“

Dies sind einzigartige historische Denkmäler in Europa, die die idealistischen Nazis in Kandonos hinterließen. An keinem zerstörten Platz hinterließen sie den Beweis für ihre Gräueltaten und nirgendwo sonst betonten sie das Ausmaß des Widerstandes deutlicher als hier auf Kreta.

In Bezug auf den Kulturverein von Floria, der sich gegen die Protestveranstaltungen gegen die Nazis wehrt, und den Gemeindemitgliedern in Floria und Kandanos,  die die Nazi Denkmäler erhalten und pflegen,  möchte ich erwähnen, dass am 3. Juni die Nazis 180 Einwohner in Kandanos hinrichteten, ihre Tiere verbrannten und das Dorf völlig zerstörten.

Am 23, 24. und 25. Mai werden Kämpfe veranstaltet in Floria und in der Schlucht von Kantano.

Ruhm und Ehre also für die Nazis. Verbündete wird es immer geben.

In Deutschland werden Tafeln entfernt, Nazidenkmäler zerstört, werden Namen von Gebäuden und Straßen geändert, wenn diese Symbole oder Namen der Soldaten der Wehrmacht beinhalten. Auf Kreta hingegen gibt es keine Diskussionen, stattdessen gibt es Griechen, die die Nazi Symbole verteidigen, die Zerstörer ihrer Dörfer im Namen der Gastfreundschaft einladen und sich  für den Bau neuer Denkmäler interessieren. Niemand dieser versöhnlichen Menschen, die gewollt die Verbrechen vergessen, spricht über Gerechtigkeit und Entschädigung der Opfer.

Glücklicherweise gibt es Antifaschisten, die für das Selbstverständliche protestieren und auch weiterhin ihre Haltung bewahren. 

 

Leserbrief zum Thema Fallschirmjäger Denkmal Chania (11.03.2017):

Übersetzung aus dem Griechischen

 

DEUTSCHER VOGEL UND DENKMÄLER

Sehr geehrter Herr Direktor,

bitte erlauben Sie mir, eine andere Meinung als der Redakteur Ihrer Zeitung bzgl. des Denkmals „Deutscher Vogel“ hier auszusprechen. Zunächst einmal möchte ich hier erwähnen, dass der „Deutsche Vogel“, dessen Namen die gesamte Gegend trägt, nicht von einem Sturm, sondern von Menschenhand in 2 Abschnitten zerstört wurden ist. Zunächst wurde der Vogelkopf zerstört durch Gewehrsalven  eines Jagdgewehrs eines pensionierten Oberst, der inzwischen verstorben ist. Viel später wurde dann der übrige Teil durch einen Einwohner der Gegend aus persönlichem Interesse entfernt.  Ich betrachte die Existenz dieses Denkmals als  einzige Gelegenheit daran zu  erinnern, dass Kreta durch eine ungewöhnliche damals noch nicht bekannte Waffe aus der Luft - den Fallschirmjägern- eingenommen wurden ist. Ferner   als eine kontinuierliche Erinnerung  im Gedächtnis der Kreter an  die Gräueltaten des NS-Regimes und den damals beispiellosen Widerstand, den das Kretische Volk damals geleistet hat. Leider wurde es zerstört und es fehlt heute der visuelle Reiz wie z.B. bei der Freiheitsstatue oder beim Denkmal des Prinzen Georgios in Souda. In Anlehnung an den Geist/Inhalt  Ihres vorigen Artikels, müssten wir jetzt den Leuchtturm unseres alten Hafens in Chania zerstören , damit wir uns nicht mehr an die schlimmen Zeiten der Ägyptischen  Besatzung erinnern, ferner die venezianischen Mauern, die Arsenale und Werften, damit aus unserem Gedächtnis  die Greueltaten  der damaligen  Eroberer gelöscht werden. Wir sollten auch  das  Glas Tzamisi abreißen und natürlich die Minarette, damit wir  Grausamkeiten der türkischen Eroberer vergessen und in der Folge als Denkmäler nur unsere eigenen erhalten, nämlich den Markt und die Alte Uhr im Park.  Diese brauchen wir nicht abreißen müssen. So wie es aussieht verfallen diese allmählich.. 

Α. Fourakis

Antwort: In unserem Beitrag erscheint in keinerlei Form, dass wir die Zerstörung des Denkmals fordern. Natürlich muß es erhalten bleiben als Erinnerung an die Besatzungszeit.  Aber neben diesem Denkmal könnte auch eine Tafel angebracht werden mit den Namen der Dörfer, welche von den Nationalsozialisten zerstört wurden sind, sodass die Besucher des Denkmals auch die Folgen der Besatzung erkennen würden, die in keineli Form als heldenhaft betitelt werden können (wir sollten uns an Herrn Richter erinnern). Den übrigen Inhalt, der von Herrn Fourakis erwähnt wird, kenne ich nicht persönlich. Ich befand mich einen Tag nach der Zerstörung des Vogels durch einen Blitzeinschlag  vorort vor 15 Jahren und alle damaligen Zeitzeugen sagten einheitlich, dass der Grund für die Zerstörung die schlechten Wetterbedingungen gewesen seien.   

G. Kon

Stellungnahme des „Freundeskreis zur Erhaltung eines Fallschirmjäger-Ehrenmals auf Kreta e.V." zu o.g. Presseberichten

-Zurück zu Wahrheit und Vernunft!-

Stellungnahme des „Freundeskreis zur Erhaltung eines Fallschirmjäger-Ehrenmals auf Kreta e.V.“

Mit Entsetzen haben wir die Vorwürfe und Unterstellungen in der kretischen Presse der letzten Tage zur Kenntnis genommen. Diese sind so absurd, dass wir uns zu einer Stellungnahme veranlasst sehen, ohne in den kommunalpolitischen Wahlkampf einzugreifen, in dem offenbar jegliche journalistische Sorgfalt, jegliche Wahrheitsliebe und jeglicher Anstand zugunsten wüster Beschimpfungen und Unterstellungen aufgegeben wird.

Was ist passiert?

Wir, der „Freundeskreis zur Erhaltung eines Fallschirmjäger-Ehrenmals auf Kreta e.V“ bemühen uns darum, das Andenken an die auf Kreta gefallenen Fallschirmjäger für deren Kinder, Enkel und Freunde zu bewahren. Dieses Andenken, das auch Teil der Tradition der Fallschirmjägereinheiten der Bundeswehr bis heute ist, soll durch ein Mahnmal symbolisiert werden. Heute, in einer Zeit, in der griechische und deutsche Soldaten gemeinsam, Schulter an Schulter, zusammen mit Armeeangehörigen vieler anderer Staaten im Rahmen der NATO ihren Dienst tun, ist es selbstverständlich, dass ein solches Mahnmal, getreu seiner Begrifflichkeit für Frieden und Völkerverständigung stehen soll. Der sog. „Deutsche Vogel“, der „Stürzende Adler“ ist das Symbol der deutschen Fallschirmjägertruppe seit deren Gründung bis heute. Früher wurde er als Brustabzeichen getragen heute als Barettabzeichen. Er ist somit Teil der Truppenidentität auch der Fallschirmjäger in der Bundeswehr. Ebenso wie das Eiserne Kreuz, das ursprünglich eine preußische, später eine deutsche Kriegsauszeichnung war (vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. am 10.03.1813 gestiftet), heute das Hoheitsabzeichen der Bundeswehr ist.

Wir, der Verein zur Erhaltung des Ehrenmals sind politisch neutral, daher ist es für uns selbstverständlich, dass wir keinerlei Beziehungen zu politischen Randgruppen, seien diese aus dem rechten oder linken Spektrum, unterhalten und solche auch nicht wollen. Uns eine Nähe zum Nationalsozialismus oder zu Neonazi-Gruppen unterstellen zu wollen ist schlichtweg absurd und beleidigend. Unser 1. Vorsitzender war jahrelang Militärattache in Israel, danach viele Jahre in Russland, unser Ehrenvorsitzender ist seit 1964 Ehrenmitglied der neuseeländischen Fallschirmjäger, Österreich hat ihm vor einigen Jahren erst eine Briefmarke gewidmet. Unsere aktiven Mitglieder unterhalten viele freundschaftliche Beziehungen zu Militärangehörigen anderer NATO-Staaten, viele engagieren sich auch in der U.E.P. (Union Europäischer Fallschirmjäger) oder sind familiär mit Menschen anderer Nationen verbunden. Die Mitgliedschaft im Verein begrenzt sich nicht auf Fallschirmjäger, gemäß Satzung kann: „Mitglied des Vereins werden, wer sich dem Ehrenmal, das an die auf Kreta gefallenen deutschen Soldaten erinnert, verbunden fühlt und dessen langfristige Erhaltung fördern will.“ (http://www.fallschirmjaeger-denkmal.de/de/der-verein.html). 

Das Mahnmal wurde 1941 von Deutschen auf einem privaten Grundstück gebaut und aus Mitteln der deutschen Regierung finanziert (Schreiben der Gemeinde Nea Kydonia an den Gemeinderat der Stadt Chania vom 05.12.2000). Zur Unterstützung der Bauarbeiten wurden auch englische Kriegsgefangene herangezogen, die jedoch in keiner Weise Zwangsarbeit leisteten. Viele Berichte direkt Beteiligter belegen dies. (Quelle: www.kingscollections.org/catalogues/lhcma/). 

Damals war die Umgebung unbebautes Ödland, Weinbau ist auf den Fotos und Filmen, die während der Bauzeit entstanden sind, nicht ersichtlich (https://www.bundesarchiv.de/benutzung/index.html.de). Die Bebauung des umliegenden Areals begann in den 1970er Jahren. Im Jahre 1971 wurde ein Pachtvertrag für die Nutzung des Mahnmals abgeschlossen. Von der Familie Paspatis, auf deren Grund bis vor wenigen Jahren der Treppenaufgang lag, jedoch nie das Mahnmal selbst stand (siehe Lageplan Grundbuchamt Chania), wurde gem. Schreiben vom 26.05.1970 (unterschrieben von Paspatis Wassilios-Daratso) eine Entschädigung gefordert mit der Begründung, dass Herr Paspatis ein armer Mann sei und Kinder hätte. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, wurden Deutsche, die den Treppenaufgang von Unkraut reinigen wollten, mit einem Gewehr bedroht und weggejagt. Nach Abschluss des Pachtvertrages im Oktober 1971 wurden 21.000 DM (=188.000 gr. Drachmen)übergeben. Darüber hinaus erfolgte am 18.07.1982 ein Vertrag zur Pflege der Treppenanlage. Dafür erhielt Herr Georg Paspatis 500 DM pro Jahr.

Obwohl in dem Pachtvertrag eine Kaufoption für das Grundstück enthalten ist, wurde weder vom Bund Deutscher Fallschirmjäger noch vom Freundeskreis zur Erhaltung des Mahnmals jemals von dieser Option Gebrauch gemacht. 

Im Jahr 2000 wurde der Adler, gem. Aussage der Nachbarn, bei einem Unwetter zerstört, das Denkmal selbst wurde zuvor mehrfach von Linksextremisten geschändet und mit Farbe besprüht sowie die Marmortafel zerschlagen. In der Sitzung des Gemeinderates von Nea Kydonia wurde am 30.11.2000 daraufhin mit 12:2 Stimmen (bei 5 Abwesenden) entschieden, dem Gemeinderat in Chania vorzuschlagen, das Mahnmal abzubauen und an einen neuen Standort in der Nähe des Soldatenfriedhofes in Maleme umzusiedeln. Die gesamte Umgebung des Mahnmal-Standortes war mittlerweile eng bebaut und die umliegende Bevölkerung äußerte den Wunsch,  das Mahnmal, das sich durch die mutwillige Beschädigung in einem unansehnlichen Zustand befand, abzubauen und an einen anderen Standort zu transportieren. Die beiden Gemeinderäte, die gegen diesen Vorschlag stimmten, sprachen sich für die Restaurierung des Mahnmals am bestehenden Standort aus. Niemand war somit gegen eine Restaurierung oder gegen den Erhalt des Denkmals (Schreiben der Gemeinde Nea Kydonia an den Gemeinderat der Stadt Chania vom 05.12.2000). Dieser Beschluss wird bis heute von der Gemeinde Chania ignoriert und nicht umgesetzt.

Als uns auf unsere Bitte hin am 14. Februar 2017 der Bürgermeister empfing, in dem wir unser Vorhaben erläuterten und den Wunsch äußerten, auf der Basis privater Finanzierung ohne Unterstützung durch öffentliche Gelder den Beschluss der Gemeinde Nea Kydonia umzusetzen, fragte er uns, was er mit der gesamten Angelegenheit zu tun hätte, da es sich schließlich nicht um ein offizielles Denkmal handele. Die Vizebürgermeisterin Barbara Peraki, betonte den verwerflichen Charakter des Denkmals und sprach sich gegen eine Umsiedlung aus.

Uns ist klar, dass das Mahnmal in seinem derzeitigen Zustand seinen Zweck nicht erfüllen kann und an seinem derzeitigen Standort zu Verstimmungen in der Nachbarschaft beiträgt. Beides möchten wir, ohne dass sich die Stadt Chania finanziell beteiligen müsste, ändern. Daher streben wir an, daß das Mahnmal zukünftig an einem Standort in der Nähe des Soldatenfriedhofes Maleme als ein Ehrenmal für Frieden und Völkerverständigung seinen Zweck erfüllen kann und gleichzeitig ein Ort der Begegnung und Besinnung bleibt, für die unmittelbar oder in den Nachfolgegenerationen mittelbar vom Krieg Betroffenen. Dies wird seit Jahrzehnten auch von den einstigen Gegnern, seien es Neuseeländer, Engländer oder andere ehemalige alliierte Soldaten, unterstützt. D.h. wir möchten ganz einfach den Beschluss des Gemeinderates Nea Kydonia vom 05.12.2000 umsetzen. Bei unserem Besuch haben wir den Bürgermeister lediglich um Unterstützung bei den dafür erforderlichen behördlichen Genehmigungen gebeten.

Wir werden, in Respekt vor unseren toten Kameraden, für die es errichtet wurde, nicht zulassen, dass das Ehrenmal für politische Zwecke, egal aus welcher Richtung, mißbraucht oder zweckentfremdet wird. Damit verbietet es sich von selbst, dass wir zu weiterer stigmatisierender Politpropaganda in den Medien Stellung beziehen. Auch möchten wir nicht, dass die Würde des Mahnmals Partikularinteressen geopfert wird. 

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